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Archive for Januar 2010

muckefuckEs soll  ja Zeiten gegeben haben, in denen das Leben noch etwas härter und Bohnenkaffee noch unerschwinglicher war als heute. Ein wenig Linderung verschaffte damals so genannter „Kaffeeersatz“. Er tut’s zum Teil auch heute noch, wird aus einer Mischung verschiedener Getreidesorten hergestellt und gerne „Muckefuck“ genannt.

Klingt lustig, schmeckt aber nicht immer so. Interessant ist jedoch vor allem die Herkunft des putzigen Wörtchens. Zwei Glaubensrichtungen liefern sich in dieser spannenden Frage schon seit Jahrzehnten ein Kopf-an-Kopf-Rennen:

Erstens: Die „auf-Französisch-klingt-alles-irgendwie-eleganter-Theorie“. Demnach wäre „Muckefuck“ eine (mehr …)

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Anton Leben TraumAnton Leben erwachte aus einem leichten Schlaf. Er fühlte einen schalen Geschmack im Mund und fragte sich: „Was wäre eigentlich, würde ich jetzt sterben?“

Auf lange Sicht natürlich unvermeidlich. Aber abgesehen von Begräbnis, Nachlassverfahren und so weiter: Was würde eigentlich mit ihm selbst geschehen? Würde sich mit einem Mal das völlige Nichts um ihn herum ausbreiten? Oder würde er – so mir nichts, dir nichts – aufhören zu existieren?

Wird es ihn, Anton, dann also einfach nicht mehr geben, nicht einmal mehr in seinen eigenen Gedanken, in seiner eigenen Erinnerung? Oder wird er nach seinem Tod in irgendein Paradies auffahren und dort auf seinen wohlverdienten Platz in einem nächsten Leben warten?

„Von wegen wohlverdient“, dachte Anton. Und dann sah er Sie an. Ja, Sie.

„Was tun Sie gerade in diesem Moment?“ fragte er. „Sie werden vielleicht sagen, dass Sie gerade (mehr …)

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Gegenteil von durstig„Möchten Sie noch etwas zu trinken?“

„Nein danke, ich bin … ähm … ich bin … ja, was bin ich eigentlich?“

Hmm,  wunschlos glücklich? Sagen zwar manche, meint aber keiner. (Als undankbare Krone, mit der wir uns der Schöpfung quasi selbst aufgesetzt haben, sind wir nicht so leicht zufrieden zu stellen.)

Schmöll? So wie es ein gewisser Werner Schmöll der Duden-Redaktion 1975 vorgeschlagen hat? Tsss! Da könnte ja jeder kommen.

Sitt und satt

Es gibt tatsächlich ein Adjektiv für den Zustand des Nicht-mehr-Durstigen, aber erst seit knapp zehn Jahren: Da Begriffe wie ‚undurstig‘ oder gar ‚abgefüllt‘ etwas hölzern (respektive steif) wirken, wurde (mehr …)

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… und das bevor das Jahrzehnt überhaupt zu Ende ist. So entschieden jedenfalls die Sprachforscher der American Dialect Society, kurz ADS. Die honorige Sozietät wurde im Jahr 1889 gegründet und kürt seit 1990 das Wort des Jahres – und in etwas größeren Abständen jenes des Jahrzehnts.

Das Wörtchen ‚Jahrzehnt‘ darf man dabei aber wohl nicht zu wörtlich nehmen; heutzutage wird ja auch die Zeit immer kürzer. Mal schnell rechnen: Der Nachfolger des ‚googelns‘ wird schätzungsweise 2019 ermittelt werden … dann vielleicht 2027, 2034 und so weiter.

Ach ja: Neben dem Dekadenchamp wurde selbstverständlich auch ein Wort des Jahres gekrönt (in dem Fall geht’s um 2009  – ist ja nicht ganz sicher):  Sieger im wortstarken Wettstreit: das fröhliche ‚tweet‘. Mehr dazu und viele weitere kuriose Wort-des-Jahres-Anwärter gibt’s unter American Dialect Society.

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Ein Klumpen, kristallweiß, in eiserner Zange,
weckt Sehnsucht nach manch alter Schulnarretei.
Ein Stövchen hält glühend das Brodeln in Gange,
bis der Rebensaft überkocht – Lausbüberei.

Es duftet nach Zimt, nach sauberen Früchtchen,
aus Herrn Doktor Pfeiffer wird Primaner Hans.
Betäubender Dunst gibt der Fantasie Lüftchen,
Schnauz Heidelbeerwein lädt die Prima zum Tanz.

Behutsam wird Rum über Zucker gegossen,
schenkt süße Versuchung dem Dichterherz ein.
Und dann, wenn ganz heiß noch, in Bechern genossen,
versinken die Grenzen der Wahrheit im Schein.

© Copyright Christian Seher 2010

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