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Archive for März 2009

rechtsfreier raum

rechtsfreier raum

„Die Sprache bringt es an den Tag.“ Was Victor Klemperer in seinem Notizbuch eines Philologen über den Nationalsozialismus erforscht und George Orwell in 1984 prophezeit hat – die Beeinflussung des Denkens durch gezielte Wortschöpfungen – ist heute, im Zeitalter der politischen PR, aktueller denn je.

Denn wie lassen sich die immer neuen Maßnahmen, die in der westlichen Welt im Zuge des „Kampfs gegen den Terror“ verabschiedet werden, am besten rechtfertigen? Indem man sie sprachlich vernebelt. ‚Rechtsfreier Raum’ klingt doch beinahe erstrebenswert. Und wer vermutet hinter so modernen Begriffen wie ‚E-Pass’, ‚Mautbrücke’ oder ‚Nacktscanner’ schon eine Einschränkung der persönlichen Freiheit? Martin Haase gibt in „Neusprech im Überwachungsstaat“ eine Antwort.

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lebensmenschDer von Thomas Bernhard kreierte und im vergangenen Jahr, just durch das Ableben zweier prominenter Politiker, zu neuem Leben erweckte „Lebensmensch“ wurde von einer 5.000-köpfigen Jury zum österreichischen Wort des Jahres 2008 gekürt. Auf den Plätzen landeten mit den „Krochan“ Österreichs jüngste Oide und die vielgescholtene und die, weil Wahlen reiner Zeitvertreib sind, wiedergewählte „Wachteleierkoalition“.
Interessant: Der Lebensmensch war auch in der Kategorie „Unwort des Jahres“ am Start. Dort siegte jedoch ein Begriff, der wie kein anderer für die vortreffliche Chuzpe, mit der gewiefte Bankiers uns Ahnungslose Verluste als Profit verkaufen, steht und sich seit Herbst vergangenen Jahres besonders befremdend annimmt: „Gewinnwarnung“.

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farben-der-weltSie haben’s doch so mit dem Reisen, dann sollten Sie sich die mal ansehen, deutete der schwergewichtige Mann hinter dem Tresen auf ein halbes Dutzend blassblau vergilbter Ansichtskarten. Sind gut gegen Fernweh – oder auch nicht, lachte er aufgesetzt, während ich schon am malerisch weißen Strand – West of Havanna City – im geschwungenen Schatten einer mächtigen Palme aufs türkisfarbene Meer hinausblinzelte, über den jutegroben Rücken eines bärtigen Künstlers am Montmartre sein Abbild des Pariser Frühlings mit der Wirklichkeit verglich, und, die Farbenpracht der mit den hellen Kuppeln der Sacré-Coeur wetteifernden Blüten noch im Kopf, im eleganten grauen Sonntagsanzug und Zylinder bunte Reiter auf trommelnden Pferden zwischen überladen schillernden Damenhüten verschwinden sah.

(c) Copyright Christian Seher

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bachwasserUnd während die groben Stahlräder schrille Musik aus den Gleisen hoben und sich die Gesichter der Fahrgäste verzerrten, die bisherige Ruhe und Gleichgültigkeit einer hektischen Anspannung wich, begannen in meinem Kopf farbige, aus den stiebenden Funken der kreischenden Räder geborene Bilder zu entstehen, Fotographien einer vergangenen Zeit, verharrten für Sekunden vor den Lidern meiner fest verschlossenen Augen, in dem Versuch sie festzuhalten, ehe sie durch das abrupte Rucken der greifenden Bremsen ihre Freiheit erlangten und meinem Inneren entschwanden, bis nichts mehr blieb als tiefe, schwarze Leere.

(c) Copyright Christian Seher

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da bleibt der mund offen

da bleibt der mund offen

Was in aller Welt heißt „tarfu“, warum hat „wasa“ nicht zwangsläufig was mit „Essen“ zu tun und weshalb macht es einen Riesenunterschied, ob man „bf“ mit Klein- oder Großbuchstaben schreibt? Ein nützliches Wörterbuch finden Chatter und …die an dieser Stelle unvermeidliche Ergänzung … alle die es werden wollen in Hartmut Schoepkes Chat-Slang.

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